Jahreshauptversammlung 2014

 

„Eure Erfahrung wird gebraucht“

Feuerwehr will Mitgliederschwund entgegenwirken – Ehrenamt mit zentraler Bedeutung
ROTHENBURG –„Das Ehrenamt Feuerwehr ist grundsätzlich nicht mit anderen Ehrenämtern vergleichbar“.
Dies hat Kommandant Jürgen Holstein in seinem Bericht bei der gut besuchten Jahreshauptversammlung im „Ochsen“-Saal herausgestellt.
Die ehrenamtlichen Leistungen der Wehr stellen nach seinen Worten ein „unverzichtbares Element zum Schutz der Bevölkerung“ dar.


Nachwuchs macht Hoffnung: Blick in die Reihen der Jugendfeuerwehr mit Jugendwart M.Moll (r.). Fotos: hap

Zu der Versammlung konnte Jürgen Holstein auch zahlreiche Gäste und Ehrengäste willkommen heißen, unter ihnen einige Feuerwehrfreunde benachbarter Wehren aus Feuchtwangen und Schnelldorf sowie Vertreter der Stadt Schrozberg.

„Wer hat den Alarm gedrückt“ begann die Versammlung zum ersten Male musikalisch und mit lustigen Einwürfen. Gewisse Zahlenspiele zur Personalstatistik stellte dann der Kommandant seinem Bericht voran. Das vergangene Jahr weist 134 Einsätze auf, drei mehr als zuletzt. Die meisten Einsätze wurden „mit Abstand im Juli gefahren“. Mit 27 Einsätzen bedeutet dies fast an jedem Tag eine Alarmierung.


Neu: musikalisch-heitere Beiträge mit Kathrin Wiegner, Uwe Soldner und Peter Wiegner (von links)

Oft sonntags

Betrachtet man die Verteilung der Einsatzzahlen auf die Wochentage, so falle auf, dass diese „Arbeitgeber freundlich verteilt waren“, zeigte der Kommandant per Grafik auf. Mit 35 Einsätzen steht der Sonntag ganz oben, gefolgt von 23 Samstagen.

„Da wird’s nicht langweilig“, kommentierte Holstein die Statistik und gab auch einen Altersüberblick der Aktiven. Mit 52 Aktiven ist der Großteil „im besten Alter“ zwischen 21 und 50 Jahre. Auch an die zwölf im Alter zwischen 51 und 63 appellierte Kommandant Holstein, weiterzumachen bis zum Erreichen der Altersgrenze.

„Euere Erfahrung wird unbedingt gebraucht und ist zur Heranführung der Jüngeren unbedingt notwendig“, betonte er. Es gelte dem sich abzeichnenden Mitgliederschwund entgegenzuwirken und die „Werbetrommel für unsere Jugendfeuerwehr kräftig zu rühren“.

So ist für Ende Juli ein Tag der offenen Tür geplant unter dem Motto „160 Jahre Freiwillige Feuerwehr Rothenburg“. Die Wehr wurde im Jahre 1854 gegründet, andere Quellen sprechen von 1851, führte Holstein aus und blickte auf die Anfänge zurück.

Die damaligen 53 Gründungsmitglieder wurden in eine Steiger- und Rettungsmannschaft sowie Lösch- und Spritzenmannschaften unterteilt. Betrug 1861 die Stärke noch 72 Mann, wuchs diese Zahl 1872 auf beachtliche 480 Mitglieder. Zur Feier des hundertjährigen Bestehens hatte sich der Personalstand auf rund 100 Männer eingependelt. Seit diesen Jahren hat sich die Zahl zwischen 60 und 70 gehalten. „Dies sollte auch weiterhin unser Ziel für die Zukunft sein“, betonte Holstein.

Unverzichtbares Element

Die Förderung des Ehrenamtes erhalte gerade auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels eine hohe Priorität. Die ehrenamtliche Mitwirkung von Helfern sei für den Brand- und Katastrophenschutz sowie den gesamten Bevölkerungsschutz von „zentraler Bedeutung“. Eine nachhaltige Förderung sei geboten, damit „die Basis für eine dauerhafte Sicherung und eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung unseres Hilfeleistungssystems geschaffen werden“, führte Jürgen Holstein in seinem Bericht aus. Das Ehrenamt Feuerwehr sei mit anderen nicht vergleichbar.

„Die ehrenamtlichen Leistungen in unserer Wehr mit 3050 Einsatz- und 1950 Übungsstunden im Jahr 2013 stellen ein unverzichtbares Element zum Schutz der Bevölkerung dar“, betonte Holstein.

Dass man jetzt Mannschaftsdienstgrade eingeführt habe solle dazu dienen, besondere Leistungen in Verbindung mit Dienstalter nach außen hin kenntlich zu machen und auch einen gewissen Anreiz zu geben, äußerte der Kommandant.

Wie Schriftführer Jürgen Geißler berichtete, waren in der Feuerwehr Rothenburg einschließlich der Löschgruppen Detwang und Steinbach sowie der Jugendfeuerwehr zuletzt insgesamt 88 Feuerwehrdienstleistende aktiv, zehn weniger als im Vorjahr. Drei Neuzugängen standen diesmal 14 Abgänge gegenüber. Wie Geißler erläuterte, sind die Gründe vielschichtig gewesen.

Die aktiven Feuerwehrler haben im vergangenen Jahr an einer ganzen Reihe von Aus- und Fortbildungsveranstaltungen teilgenommen. Unter anderem fanden in der Stadt 21, außerdem in Detwang und in Steinbach jeweils acht weitere Übungsabende statt.

Die Zahl der Einsätze habe sich zuletzt „nochmals leicht erhöht“, wuss­te der Schriftführer zu berichten, und zwar um drei auf insgesamt 134. Dass die technischen Hilfeleistungen von 63 auf 72 gestiegen sind, führte Geißler auch auf die zwei Unwetter zurück.

Ohne größere Veränderungen blieben die Brandeinsätze (insgesamt 26), die Fehlalarmierungen (30 ) und die Sicherheitswachen (6). Der Tätigkeitsbereich habe wie schon 2012 zum Großteil im Stadtgebiet gelegen. „Wir mussten weniger auf die A7, aber mehr zu nachbarschaftlichen Einsätzen ausrücken“, sagte der Schriftführer.

Von den 134 Einsätzen waren 100 in Rothenburg, zehn auf der Autobahn und 24 im nachbarschaftlichen Bereich, ließ Jürgen Geissler wissen und schilderte von einigen wichtigen den genauen Ablauf.

Dem Bericht von Jugendwart Michael Moll war zu entnehmen, dass n von den anfangs elf Jugendlichen schließlich sechs zur „aktiven Wehr“ gewechselt sind. Ein besonderes Ereignis für die Jugendfeuerwehr sei das Kreisjugendzeltlager in Leutershausen gewesen, das viel Spaß gemacht habe.

Für 25 Jahre bei der Feuerwehr geehrt wurden Martin Brand, Robert Geißler, Frank Oberndörfer, Michael Schweizer und Markus Vietz. Wegen Erreichen der Altersgrenze verabschiedet und zum Ehrenmitglied ernannt wurden Helmut Vietz (40 Jahre dabei) und Peter Haft (37 Jahre).

Die gute Kameradschaft in der großen „Feuerwehrfamilie“ hob Oberbürgermeister Walter Hartl in seinem Grußwort hervor und sprach von „beeindruckenden Berichten“. Die Stadt wisse, was sie an der Feuerwehr habe, sagte Hartl und drückte seine Wertschätzung aus. Das Zusammenspiel der Rettungskräfte sei ein „perfektes Miteinander“.

Eine Reihe von Gästen übermittelten in ihren Grußworten ebenfalls Dank und Anerkennung. hap

Quelle

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