Jahreshauptversammlung 2015

Jeden 3.Tag im Einsatz

Feuerwehr Rothenburg blickt auf ein bewegtes Jahr zurück

ROTHENBURG – Am Wochenende hielt die Freiwillige Feuerwehr Rothenburg ihre Jahreshauptversammlung im „Ochsen“ vor zahlreich erschienenen Mitgliedern und Gästen ab. Neben dem obligatorischen Jahresrückblick wurde ein Blick in die Zukunft geworfen und besonderer Einsatz gewürdigt.

 

 

Mit traditionellem Glockenschlag läutete der Kommandant und Stadtbrandinspektor Jürgen Holstein die Versammlung ein. Zu Beginn gedachte man der verstorbenen Kameraden Hermann Dinkel, der sich sehr um das Museum kümmerte, und Karl Friedlein, der bis dahin letzte lebende Rothenburger Feuerwehrmann, der während des Bombenangriffs auf Rothenburg im Zweiten Weltkrieg Feuerwehrdienst leistete.

Schriftführer Jürgen Geißler berichtete über das vergangene Jahr. Die Anzahl der Einsätze ging im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück – von 134 auf 117. Im Schnitt war somit jeden dritten Tag ein Feuerwehreinsatz nötig! Hierbei handelte es sich 44 Mal um Einsätze der technischen Hilfeleistung und 54 Brandeinsätze. Auch 7 Fehlalarme und 12 Sicherheitswachen sind in dieser Zahl enthalten. Tatsächlich fanden 83 der 117 Einsätze im Stadtgebiet Rothenburg statt, 10 mal half man auf der Autobahn. Der Rest war Nachbarschaftshilfe. Die größten und teilweise spektakulären Fälle wurden mit Bildern noch einmal Revue passiert. Mit Ablauf des Jahres 2014 waren insgesamt 84 Feuerdienstleistende aktiv, vier weniger als im Jahr zuvor. Davon sind neun Jugendliche unter 16 Jahren in der ­Jugendfeuerwehr tätig. Zahlreiche Übungen, Bewegungsfahrten für den Fuhrpark und Aus- sowie Weiterbildungsveranstaltungen sind Teil des Terminplanes der Mitglieder.

Kommandant Holstein legte in seiner Ansprache den Schwerpunkt auf Aktivitäten außerhalb des regulären Dienstes im Jahr 2014, wie die Aktion „Discofieber“ am Reichsstadt-Gymnasium, die bei den Schülern tiefe Eindrücke hinterließ, die Teilnahme am Historienfest und das Jubiläum 160 Jahre Freiwillige Feuerwehr Rothenburg. Unterlegt mit zahlreichen Fotos wurde über die Aktionen berichtet, die allen Teilnehmern viel Spaß gemacht haben.

Zeitgemäßer Betrieb

Auf der anderen Seite hingegen sind diese öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen auch mit weiterem Zeiteinsatz verbunden. Neben den knapp 120 Einsätzen im Jahr und den zahlreichen Übungsterminen bedeutet dies für die Mitglieder weitere Einschnitte in ihre Freizeit. Unerfreulich ist es für die Freiwilligen jedoch, wenn bei all der Öffentlichkeitsarbeit im ganzen Jahr keine neuen Mitglieder oder gar nur Interessenten gewonnen werden können. Hierfür wurden zahlreiche Ursachen ausgemacht. Holstein wird in diesem Teil sehr nachdenklich und sucht nach zahlreichen Lösungsansätzen. Eine reale Förderung seitens des Freistaats könnte aus seiner Sicht die Problematik Nachwuchsrekrutierung in den größeren Stützpunktwehren erleichtern. Seine Besorgnis betrifft insbesondere die langfristige Sicht. Man müsse jetzt die Weichen stellen, um in zehn bis zwanzig Jahren genügend Frei­willige zu haben, um ein funktionstüchtiges System zu betreiben.

Der Kommandant stellte den Weg vor, zu dem man sich hier entschlossen habe. Moderne Ausrüstung würde motivieren. In diesem Zusammenhang lobt er die gute Zusammenarbeit mit dem Stadtrat. Die Jugendfeuerwehr besteht seit neun Jahren und soll weiter ausgebaut werden. Auch gilt der Appell an die Kameraden, den übertretenden Jugendlichen den Einstieg so kameradschaftlich wie möglich zu gestalten.

Aus diesem Grund werden künftig auch Mentoren eingesetzt. Mehrfach betont der Kommandant, wie sehr in allen Bereichen demokratische Strukturen nötig sind, um den Betrieb der Feuerwehr zeitgemäß aufrecht zu erhalten. Zahlreiche Positionen würden künftig gewählt, auch beabsichtige man Mannschaftssprecher einzuführen.

Bürgermeister Kurt Förster versicherte jederzeit die umfassende Unterstützung seitens der Stadt mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. Die Männer und Frauen der Wehr seien in Einsätzen äußers­ten seelischen Belastungen ausgesetzt, wie man am Unfall am Bahnübergang Bensenstraße wieder einmal sah. Sie riskieren ihr Leben – und der Stadtrat wisse „was wir an ihnen haben“.

Kreisbrandrat Thomas Müller dankte der Wehr für ihre Tätigkeit auch über ihren Schutzbereich hinaus, insbesondere auch auf der A7. Dies sei nicht selbstverständlich. Außerdem hatte er die ehrenvolle Aufgabe, Hans Albrecht die Bayerische Feherwehr-Ehrenmedaille des Landesfeuerwehrverbandes verleihen zu dürfen. Diese ist eine Wertschätzung für Personen, die nicht selbst im Feuerwehrdienst tätig sind, diesen jedoch sehr unterstützen und helfen.

Der ehemalige Leiter der Polizeiinspektion war sichtlich bewegt und bedankte sich herzlich. Er sei sich sicher, mit den neuen Uniformen stünde man sich künftig noch näher und wünscht allen Feuerdienstleistenden immer eine gesunde Heimkehr. Sein Nachfolger Stefan Schuster gratulierte Albrecht und ist sich sicher, dass die gemeinsame Aufgabe mit der Rothenburger Feuerwehr auf einem gutem Fundament steht.

Schließlich erhieten auch Torsten Haack und Marcus Pfund eine Ehrung für ihre 25-jährige Tätigkeit. Jo-chen Hiermann und Christian Huprich sind schon seit 20 Jahren dabei. Da es hierfür kein extra Abzeichen gibt, erhalten sie ein zweites Mal das für 10 Jahre im Dienst. Bei der Ehrung für 10 Jahre in der Feuerwehr ist auch eine Frau vertreten, Daniela Schulz war jedoch krank und konnte sie nicht bei der Versammlung entgegen nehmen. Mit Markus Halbauer erreichte ein Mitglied aus Baden-Württemberg die Ehrung.

319 Feuerwehren sind im Landkreis Ansbach aktiv, um im Notfall helfen zu können. Sie riskieren ihre Unversehrtheit und erleben schlimme Tragödien, insbesondere opfern sie jedoch sehr viel ihrer wertvollen Zeit, um anderen Menschen zu helfen. Hierfür sollten sie jegliche Unterstützung erhalten, die jedem Einzelnen möglich ist. cas

QUELLE: Fränkischer Anzeiger / Rotabene

 

{galler}/Aktuelles/Jahreshauptversammlung/2015{/gallery}

zum Seitenanfang