Jahreshauptversammlung 2016

Anerkennung für den Einsatz

Rothenburger Feuerwehr wünscht sich von Öffentlichkeit mehr Sensibilität ROTHENBURG – Brände löschen und Menschen aus Gefahren retten, diese Aufgaben verbindet man mit der Arbeit der Feuerwehr. Die Realität sieht bisweilen anders aus. Oft sind die Feuerwehrdienstleistenden dann Schlüsseldienst, Straßenfeger oder Gärtner. Berechtigt kritisierte Kommandant Jürgen Holstein bei der Jahreshauptversammlung im „Ochsen“ die unnötigen Alarmierungen der allesamt ehrenamtlichen Einsatzkräfte am Tag von der Arbeit weg und zu nachtschlafender Zeit.

 

 

 

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Es war beschämend zu hören, wie die Feuerwehr als Helfer aus Bequemlichkeit und Geiz immer mehr Aufgaben übergestülpt bekommt und ausgenutzt wird. Beispiele zeigen, wie die Feuerwehr immer mehr als Dienstleister gesehen wird, der rund um die Uhr verfügbar ist. Der Kommandant nannte einige Beispiele. Die Meldung, „es liege ein Baum über der Fahrbahn“ als Gefahr für Verkehrsteilnehmer zu nächtlicher Stunde entpuppte sich beim Eintreffen und nach intensiver Suche als abgebrochenen Ast, den man leicht selbst von der Fahrbahn hätte räumen können.

Oder der Kellerraum, der nach einem starken Gewitterregen ein paar Millimeter unter Wasser steht. Die Hausbesitzer alarmieren die Feuerwehr, statt sich selbst die Mühe zu machen und reklamieren später dann noch, wenn feuchte Flecken auf dem Boden verblieben sind. Bei diesen und ähnlich gearteten Einsätzen werde Personal und Gerät gebunden, auch die Motivation eines jeden Einzelnen, so der Kommandant. Von der Katze auf dem Baum oder der Taube in der Dachrinne wollte Jürgen Holstein in diesem Zusammenhang gar nicht sprechen.

Die Rothenburger Feuerwehr leistet immer mehr Einsätze und wird stärker gefordert. Im letzten Jahr gab es mit 153 Einsätzen einen neuen „Rekord“. Fast jeden zweiten Tag ein Einsatz. Um die enorme Steigerung der Einsatzzahlen zu zeigen, stellte der Kommandant einen Vergleich mit dem Jahr 2010 an. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl der technischen Hilfeleistungen verdreifacht und die Zahl der Fehlalarme verdoppelt. Immens der Anstieg der geleisteten Einsatzstunden: von 2628 auf 4293.

Ein Ärgernis ist die hohe Zahl an Fehlalarmen. Melder einer Brandmeldeanlage werden durch äußere Einflüsse wie Wasserdampf, Zigarettenrauch oder Staubentwicklungen getäuscht und lösen aus. Bei einem technischen Fehlalarm sind Verschmutzungen des Melders als Folge ungenügender Wartung die Ursache, etwa durch Bohr- oder Schleifarbeiten in überwachten Bereichen. Nicht selten löst Wasserdampf in Bad und Küche Alarm aus.

Bei mittlerweile über fünfzig Brandmeldeanlagen im Stadtgebiet müsse zukünftig vermehrt auf die Betreiber der Anlagen ein schärferes Auge geworfen werden Die Kostensatzung „Feuerwehr“ gestattet hierzu gewisse Möglichkeiten. Die Betreiber, die für eine ordnungsgemäße Funktion der Brandmeldeanlage zuständig sind und häufige Fehlalarme zu verantworten haben, sollten auch die Kosten einer wiederholt falschen Alarmierung der Feuerwehr tragen, meinte Jürgen Holstein. Bisweilen müssen sich die Feuerwehrleute dann noch anhören, dass sie doch gerne mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs sind. In solchen Fällen fällt es schwer, ruhig zu bleiben, meinte er.

Schade fand Jürgen Holstein die Auflösung der Löschgruppe Detwang nach 136 Jahren. Als Gründe nannte er „mangelnder Einsatz und Einstellung“. Eine lange Tradition ging zu Ende. Die Löschgruppe Detwang wurde im Jahr 1879 als dritte Abteilung unter dem damaligen Kommandanten Konrad Krauss gegründet. Jürgen Holstein dankte Thomas Pfaffelhuber, der als verantwortlicher Gruppenführer versuchte, die Löschgruppe am Leben zu halten, was trotz aller Bemühungen nicht gelang. Die verbleibenden acht Aktiven haben noch nicht entschieden, ob sie der Löschgruppe Steinbach beitreten werden, nach Rothenburg wechseln oder ihren Dienst beenden. „Der Brandschutz in Detwang war nie gefährdet und wird durch die Kernwehr zuverlässig gesichert“, hieß es.

Für die häufig schwierigen Einsätze braucht die Feuerwehr eine gute Ausrüstung als Schutz vor Gefahren wie Atemgifte, hohe Temperaturen, starke Säuren, ätzende Chemikalien. Als Beispiele für Beschaffungen, die der Feuerwehr das Arbeiten erleichtern, führte der Kommandant eine neue Überjacke aus einem feuerfesten und wärmeisolierenden Material vor, die zusätzlich mit einem Haltegurtsystem ausgestattet ist, sowie die neuen Schutzhelme. Die Stadt investiert nicht nur in die Rothenburger Feuerwehr, sie bekommt vermutlich im Herbst ihr neues Löschgruppenfahrzeug geliefert, sondern auch in die Ortsteilwehren. Bettenfeld und Leuzenbronn erhalten jeweils ein Tragkraftspritzenfahrzeug.

Die Un­terstützung von Verwaltung und Politik sei hilfreich und auch anerkennend, wurde betont. Jeder Einzelne bei der Feuerwehr ist wichtig. Jürgen Holstein dankte der Mannschaft für die geleistete Arbeit in den Einsätzen und Übungen, aber auch bei der Wartung und Pflege der Gerätschaften. Verlässlichkeit ist ein hohes Gut. 63 Aktive verrichten bei der Kernwehr ihren Dienst. Hinzu kommen die Jugendlichen mit abgelegter Truppmann- beziehungsweise Truppführerausbildung zwischen 16 und 18 Jahren. Die Jugendfeuerwehr besteht aus neun Jugendlichen unter 16 Jahren. Die Löschgruppe Steinbach zählt sechs Mitglieder. Christian Kleinschroth ist altersbedingt ausgeschieden und wurde zum Ehrenmitglied ernannt.

Ausbildungspflichttermine für alle Aktiven sind regelmäßige Übungsabende. So fanden in Rothenburg 21 Übungseinheiten statt. An 24 zusätzlichen Abenden wurde der Fuhrpark bewegt. Hinzu kamen zehn Objektbegehungen im Rahmen des vorbeugenden Brandschutzes. Alle Atemschutzträger nahmen an einer theoretischen Unterweisung und einer Belastungsübung teil. Die Freiwilligen opfern einen großen Teil ihrer Freizeit für die Feuerwehr.

Schriftführer Jürgen Geissler warf in beeindruckender Weise Schlaglichter auf schwere und tödliche Verkehrsunfälle, verschiedene Brände, Taubenrettung auf dem Marktplatz, Personenrettung, Großeinsatz in einem Spänesilo in Burgbernheim nach einer Verpuffung. Beim Taubertal-Festival musste die Feuerwehr kleinere Brände löschen und sorgte bei der Sommerhitze mit kreislaufbelastender Situation für kühlen Sprühregen zur Freude der Besucher.

Landrat Dr. Jürgen Ludwig und Oberbürgermeister Walter Hartl sprachen ihren Respekt und ihre persönliche Wertschätzung für die Arbeit der Feuerwehr aus und gratulierten verdienstvollen Mitgliedern, die geehrt wurden. Seit 40 Jahren ist Hermann Rippstein bei der Feuerwehr aktiv – eine beeindruckende Leistung. Ausgezeichnet wurden auch Dieter Kreiselmeier (30 Jahre), Uwe Milferstädt und Reiner Wiegner für 25-jährige Dienste. Anerkennung für ihre 10-jährige Arbeit erfuhren Martin Ploke, Thomas Hörber und Tobias Klemm. In den Floriansjüngern schlummern viele Talente. Peter Wiegner stellte erneut seine musikalischen Qualitäten unter Beweis mit einem Feuerwehr-Hit und einem Lied übers liebe Geld – unterstützt von Ehefrau Kathrin an Keyboard und Akkordeon und Sangesfreund Uwe Soldner. sis;

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