Disco-Fieber

„Mein Arm! Mein Arm!“, tönt es aus einem Pkw, der übel aussieht. Er ist vorne stark eingedrückt, der Fahrer ist hinter dem Steuer eingeklemmt.
Er ist schwer verletzt, sein Beifahrer hat Glück gehabt: Er ist mit leichteren Verletzungen davongekommen.
Die beiden waren auf dem Nachhauseweg von der Disco zu schnell unterwegs gewesen und ins Schleudern gekommen. Polizei,
Rettungsdienst und Feuerwehr rücken zu einem Großeinsatz an
und retten die Unfallopfer. Solche und ähnliche Szenarien spielen sich so gut wie jedes Wochenende ab. Dieses hier war zum Glück nicht echt.

Die Rettungsübung auf dem Parkplatz
vor dem Reichsstadt-Gymnasium war der Höhepunkt des Aktionstages „Disco-Fieber“, den die Stihl-Gruppe in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Zentrum 
für Prävention und Gesundheitsförderung organisiert hatte. Schülerinnen und Schülern der 
11. Jahrgangsstufe wurde drastisch und wirklichkeitsnah vor Augen geführt, 
wie die Rettung von Unfallopfern in der Realität abläuft. Von der Meldung des Unfalls bei der Polizei bis zum Herausschneiden des „Opfers“ aus dem 
demolierten Auto und der medizinischen Versorgung der „Verletzten“ wurde die Vorgehensweise durchgespielt und von den Einsatzkräften fachkundig kommentiert.
Als Statisten wirkten zwei Schüler mit. Beeindruckend das Zusammenspiel der Rettungskräfte, die Präzision und das Ineinandergreifen der verschiedenen Arbeitsschritte. Bleibende Eindrücke sind es, die die Zuschauer nicht nur bei der groß angelegten Rettungsaktion auf dem Parkplatz mitnahmen. Betroffen machten besonders auch die Berichte der Einsatzkräfte 
über ihre Arbeit und die kurzen Filme im ersten Teil 
der Veranstaltung. Dass von den Unfällen nicht nur die Verletzten und Getöteten selbst betroffen sind, 
wurde in den Vorträgen von Vertretern der Einsatz- und Rettungskräfte deutlich. 
Oberkommissar Peter Körner von der Rothenburger Polizei, Jürgen Holstein, Kommandant der Freiwillligen Feuerwehr und Joachim Held, 
Rettungsassistent beim Bayerischen Roten Kreuz, 
schilderten anschaulich, wie die Arbeit der einzelnen Rettungsteams bei Unfalleinsätzen abläuft und ineinandergreift. Sie ließen die Schülerinnen und Schüler 
dabei sehr anschaulich 
und auch emotional bewegend an ihren Erfahrungen teilhaben und die damit verbundenen physischen und psychischen Belastungen nachempfinden. 
Wertvolle Tipps für den persönlichen Umgang 
mit derartigen Krisensituationen erhielten die Zuhörerinnen und Zuhörer darüber hinaus von Frau Pfarrerin Müller, 
die als Notfallseselsorgerin immer wieder zu solchen Unfalleinsätzen gerufen wird. 
Dass eine Sensibilisierung der (zukünftigen) Fahranfänger für die Risiken im Straßenverkehr, die vor allem aus der Selbstüberschätzung 
und verantwortungslosem Umgang mit Alkohol 
oder Mobiltelefon am Steuer resultieren, notwendig ist, machte Andrea Gugger, die Projektleiterin und Moderatorin der Veranstaltung, 
eindrucksvoll deutlich. Sie wies darauf hin, 
dass allein im Jahr 2012, obwohl die Unfallzahlen rückläufig sind, allein 108 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 24 Jahren 
auf Bayerns Straßen ums Leben kamen. 
Bewusst werden sollte den jugendlichen Fahrern und Beifahrern, dass mit der Fahrerlaubnis, die ein Mehr an Mobilität 
und Unabhängigkeit mit sich bringt, 
auch ein verantwortungsvolles Verhalten im Straßenverkehr gefordert ist. So appellierten im Sinne der Veranstaltung alle Redner 
eindringlich an die jungen Fahranfänger:
„Übernimm Verantwortung für dich und andere! – Wir brauchen dich auch morgen!“

 

Bilder von 2013

Bilder von 2014

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