WASSER MARSCH – DIE JUGENDFEUERWEHR VON ROTHENBURG

Wenn’s brennt, ruft man nach der Feuerwehr – und erwartet, dass mutige Männer (oder Frauen) kommen, die ins Haus rein rennen wenn alle anderen raus rennen. Sie, ich, ein jeder denkt so. Und, dem Himmel sei Dank, in Rothenburg gibt es noch die mutigen Männer der Freiwilligen Feuerwehr.
Seit 1854 sind die Floriansjünger für die Bevölkerung im Einsatz. Zur Zeit sind das in Rothenburg 64 Männer. Vom Himmel gefallen sind sie aber alle nicht, sondern machen ganz bewusst und nach eigener Entscheidung den Dienst an der Gemeinschaft.
Und damit es auch in der Zukunft freiwillige Helfer in einer Notlage gibt, haben zwei von ihnen vor gut zehn Jahren die Jugendfeuerwehr gegründet. Michael Moll und Daniel Schulz sind die beiden Jugendwarte, die alle 14 Tage, am Samstag, ihr Wissen an die zukünftigen Feuerwehrmänner und -frauen weiter geben.
Michael Moll ist seit 2002 aktiver Feuerwehrmann, Daniel Schulz kam einst selbst über die Jugendfeuerwehr zu seiner Leidenschaft und ist seit 18 Jahren mit Leib und Seele dabei. „Dass jemand mit 35 sagt, jetzt gehe ich zur Feuerwehr, ist relativ unwahrscheinlich“, so Michael Moll. „Also haben wir beschlossen, uns den Nachwuchs selbst heranzuziehen“, so Daniel Schulz.

Gesicherte Zukunft In den letzten knapp elf Jahren sind 22 Jugendliche von der Jugendfeuerwehr in die aktive Wehr übergegangen. Viele junge Männer gehen zur Ausbildung weg von Rothenburg, aber „17 davon sind noch hier im Einsatz“, erklärt Daniel Schulz. Die Jugendfeuerwehr ist somit der „Hauptzulieferer“ für die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehr. Daniel Schulz und Michael Moll nehmen ihr Engagement sehr ernst, wissen aber gleichwohl, dass der Spaß nicht zu kurz kommen darf. Zur Zeit sind 14 Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren in der Jugendfeuerwehr, darunter zwei Mädchen. Jeden zweiten Samstag von 14 bis 16 Uhr treffen sie sich und üben die verschiedensten Felder der Feuerwehrarbeit ein. Vier Betreuer stehen den Jugendwarten zur Seite. Manche von ihnen haben selbst in der Jugendwehr angefangen, wie zum Beispiel Matthias Kleyrer. „Er war einer der ersten“, sagt Daniel Schulz. Mittlerweile schult er seine Nachfolger zum Beispiel im Anlegen eines Druckverbandes – und hat dabei ein paar lockere Sprüche auf Lager.

 

Die Nachwuchs-Feuerwehrleute bei einer Übung.
Daniel Schulz und Michael Moll geben Anleitungen. Foto: am

 

Ausbildung mit System Die 14 Jugendlichen werden bei ihren Treffen auf einzelne Gruppen aufgeteilt, die unterschiedliche Themen angehen. Daniel Schulz und Michael Moll machen zu Jahresbeginn stets einen genauen Plan, der den sinnvollen Ablauf der Ausbildung gewährleistet. Das Löschen eines Brandes ist dabei nur ein Teil der Ausbildung. Dazu kommt Erste Hilfe, die Anforderungen bei einem Verkehrsunfall, aber auch wie man die Katze vom Dach holt oder einen Baum von der Straße. Dabei sind alle Übungen kind- bzw. jugendgerecht aufbereitet. Daniel Schulz und Michael Moll haben sich mit speziellen Lehrgängen zum Jugendwart, Gruppenführer oder auch Schiedsrichter weiter gebildet. Neben der praktischen und teilweise auch theoretischen Wissensvermittlung steht bei der Jugendfeuerwehr auch der Spaß im Vordergrund. Alle zwei Jahre gehen die Jugendlichen gemeinsam auf ein Zeltlager. Außerdem organisieren die Jugendwarte Fahrradtouren, oder zum Beispiel Ausflüge zum Flughafen Nürnberg, ins Legoland oder in die Bavaria Filmstudios. „Der Freizeitspaß muss sein“, sagen sie einstimmig. Ebenso dazu gehört Leidenschaft, denn das Engagement in der Jugendfeuerwehr sollte natürlich langfristig angelegt sein. Jeder interessierte Jugendliche, egal ob Junge oder Mädchen, kann gerne anfangs reinschnuppern. Irgendwann kommt dann aber hoffentlich der Punkt, wo man richtig dazu gehören möchte. Die Teilnahme an der Jugendfeuerwehr ist kostenlos und die Jugendlichen werden ohne eigene Kosten eingekleidet (finanziert von der Stadt Rothenburg). Dunkles Blau und leuchtendes Orange sind die Farben der Jugend. Ab einem Alter von 16 Jahren dürfen die zukünftigen Feuerwehrmänner und -frauen zu ersten, kleineren Einsätzen mit – stets betreut von einem Erwachsenen. Mit 18 und nach Abschluss der Grundausbildung steht dann der Wechsel in die aktive Wehr an. Für Daniel Schulz ist der Zusammenhalt und die Kameradschaft einmalig – „und dass man anderen helfen kann“, sagt er. Michael Moll sagt: „Bei uns legt jeder die Hand ins Feuer für den anderen“. So stellt man sich Feuerwehrmänner vor. am

 

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