Im ältesten Gesetzesbuch...

...der Stadt Rothenburg von 1204, dem Willkürenbuch, findet man die erste feuerpolizeiliche Anordnung: Alle Schindel- und Strohdächer innerhalb der Stadt sind mit Ziegeldächern zu vertauschen.

Eine spezielle Feuerordnung erscheint im Jahr 1382: Wenn Feuer ausbricht, verpflichtet diese alle Ordens- und Klosterhäuser, alle Bürger mit Pferden und Wagen, mit Fässern und Zuber, der Allgemeinheit zu dienen. Badleute und Weinzieher tragen Wasser zu, Steinmetze, Zimmerleute, Dachdecker und Taglöhner haben mit ihren Geräten zur Brandstelle zu eilen und auf Geheiß des inneren und äußeren Rates zu arbeiten.

In der Feuerordnung von 1617 wird geregelt, dass bei Ausbruch eines Feuers die Stadttore geschlossen und alle Türme und Wehrgänge besetzt werden mussten, weil man befürchtete, dass ein Feind die Lage ausnutzen wollte, um die Stadt zu überfallen. Auch hier, wie schon 1382, schreibt der Rat vor, wer zum Löschen zu kommen hatte. 1687 erscheint eine neue umfangreichere Feuerordnung, welche von der Verhütung der Brunsten, von Löschung der entstanden Feuersbrunsten und was nach Löschung des Feuers zu beachten ist, handelt.

Die Feuerordnung von 1720 scheint die letzte der Reichsstadtzeit gewesen zu sein. Sie unterscheidet sich nur unwesentlich von der vorhergegangenen. Mit dem Verfall der Reichsstadtherrlichkeit tritt auch eine gewisse Gleichgültigkeit im Rat und im Regiment ein.

Erst nachdem Rothenburg bayerisch wurde, widmet man dem Feuerschutz wieder erhöhte Aufmerksamkeit. Aus einer Bestandsaufnahme aus jener Zeit geht hervor, dass 7 große Wasserspritzen, 8 Handspritzen, 6 kupferne Wasserkessel, 2 kupferne Wasserkästen, 134 Feuereimer, 1 hanfener Wasserschlauch zu 115 Schuh, 1 Wasserschlauch aus Leder 60 Schuh lang, 3 Rüstwagen, 24 Leitern 21-44 Schuh lang, 25 große Feuerhaken und 5 Seile zu 100 Klafter vorhanden waren.

Im Jahr 1821 erscheint eine Feuerlöschordnung mit 566 Paragraphen. Hier wird bereits von einem Feuerlöschcorps gesprochen. In der Anordnung 1848 ist dieses Corps in zwei Abteilungen geteilt. Es gab ein Löschcorps und ein Reservelöschcorps. Es waren Spritzenregierer und Handlanger zum Pumpen vorhanden. Auch eine Rettungsmannschaft fehlte nicht. Jedoch war man mit dieser "Pflichtfeuerwehr" anscheinend nicht zufrieden.

In einem Schreiben vom 11.April 1854 an den Stadtmagistrat regte das Kollegium der Gemeindebevollmächtigten die Bildung einer freiwilligen Feuerwehr an, wie sie schon in Nürnberg und Augsburg bestehen. "Die Sache" wie es in einem anderem Kollegiumsschreiben heißt, wurde aber nicht mit der gewünschten Dringlichkeit behandelt. Erst als der Feuerwehrorganisator Carl Metz aus Heidelberg seine Erfahrungen, an die sich inzwischen freiwillig gemeldete Mannschaft durch entsprechende Unterweisungen kundgab, kam "Die Sache" in Gang.

Der 12. September 1854 wird als Geburtstag der freiwilligen Feuerwehr Rothenburg ob der Tauber angenommen, sie ist somit die sechste freiwillige Feuerwehr in Bayern. 

Den damals 53 Mitgliedern standen:

  • sieben große Wasserspritzen
  • acht Handspritzen
  • 24 Leitern (21-44 Schuh lang)
  • 25 Einreißhaken
  • ca. 300 Schuh Schläuche aus Hanf oder Leder
  • 134 Feuereimer aus Hanf oder Leder
  • acht kupferne Wasserkessel

zur Verfügung.

Im Jahr 1910 wird der Feuer- und Unfallmeldedienst eingerichtet. Die 14 Anschlüsse liegen meist in den äußeren Stadtteilen. Sie sind über das staatliche Telefonnetz mit der Polizeiwache als Zentrale verbunden.

Da die Stadt die Rathausturmwache auflöst, wird 1920 eine Weckerlinie mit 15 Anschlüssen bei Feuerwehrmännern über Freileitungen installiert. Ab 1921 wird bei Kleinfeuern von der Polizeiwache, als Zentrale, nur noch diese, als „kleine Bereitschaft" bezeichnete Mannschaft, alarmiert.

Nach dem Großbrand des Ochsenbaus beschafft die Stadt eine Motorspritze für die Feuerwehr. Diese wird am 28.Januar 1923 übergeben.

Uebergabe1923 Übergabe der ersten Motorspritze

Im Jahr 1928 kauft die Stadtverwaltung eine Sirene und lässt sie auf dem Weißen Turm installieren. Das elektromechanische Läutwerk auf dem Rathausturm wird außer Betrieb genommen. Eine Automobilspritze (Großkampfgerät) Fabrikat Magirus, mit vorgebauter 1500 l/min Pumpe und eingeschobener Tragkraftspritze Typ Goliath mit 1000 l/min Pumpe und Luftschaumzusatzpumpe, wird 1934 in Dienst gestellt.

0115959 0031 "Großkampfgerät" Magirus

1939 kauft die Stadt bei der Firma Carl Metz in Karlsruhe eine Anhängeleiter mit 21 m Länge und zusätzlich 2 m Aufsteckteil. Diese ist heute noch im Dienst, allerdings ohne Aufsteckteil.

 Anhängerleiter AL 21

1942 wird ein zweites Löschfahrzeug, Fabrikat Daimler Benz mit 1500 l/min Pumpe und 400 l Tank, beschafft. Nach schweren Luftangriffen auf Nürnberg, Anfang 1945, müssen auch Rothenburger Feuerwehrmänner mit diesem Fahrzeug überörtliche Löschhilfe leisten.

Am 17. Mai 1945 erlässt die amerikanische Militärregierung für Bayern das Gesetz über das Feuerlöschwesen, das mit wenigen Änderungen bis Ende 1981 gilt.
Beim 100jährigen Jubiläum im Jahre 1954 war die Feuerwehr unter anderem ausgerüstet mit:

  • 1 Tanklöschfahrzeug TLF 15
  • 1 Löschfahrzeug LF 15
  • 4 Tragkraftspritzen (eine davon in Detwang)
  • 1 Saug- und Druckspritze in Steinbach
  • 1 fahrbare Stahlleiter mit 21m Steighöhe

Ende des Jahres 1955 erhält die Feuerwehr ein neues TLF 16 der Firma Metz, auf Daimler Benz Fahrgestell.

 TLF 16

Das Magirus LF von 1934 erleidet, im Jahr 1960, einen Motorschaden, der aufgrund fehlender Ersatzteile nicht mehr behoben werden kann. Nach mehrmaligen Anträgen und mehreren Debatten im Stadtrat, beschafft die Stadt 1961 ein neues LF 16 Daimler Benz mit Aufbau der Fa. Metz.

 LF 16

Die alte Weckerlinie von 1920 hat öfter technische Defekte und darum empfiehlt der Verwaltungsrat der Freiwilligen Feuerwehr Rothenburg, dem Stadtrat die Anschaffung einer neuen Anlage. 1963 errichtet die Firma Siemens eine solche Anlage. Wie bei der alten Weckerlinie besteht die Anlage aus Glocken bei den Mitgliedern der kleinen Bereitschaft und einer Alarmgebereinrichtung bei der Stadtpolizei. Als Übertragungsleitungen werden die Telefonleitungen der Bundespost verwendet. Im gleichen Jahr kauft die Stadt der Feuerwehr einen Pulverlöschanhänger mit 250 kg Löschpulver der Firma Minimax.

 P 250

Zwei gebrauchte VW Busse können 1965 durch Eigenmittel (Kameradschaftskasse und Spenden) günstig gekauft und zu je einem Mannschafts- und einem Tragkraftspritzenfahrzeug in Eigenleistung umgebaut und in Dienst gestellt werden. Als Ersatz für das alte Tanklöschfahrzeug von 1944 erhält die Feuerwehr Rothenburg im Dezember 1966 ein neues TLF 16/25 der Firma Metz auf Daimler Benz Fahrgestell.

 TLF 16

Seit der Gründung der Feuerwehr war der Gerätepark im Erdgeschoß des Rathauses untergebracht. Richtig war 1954 sicherlich auch noch der Zusatz: Die Unterkunft sei an einer zentralen Stelle.

Jedoch kann über die ersten hundert Jahre der Feuerwehr eindeutig das Fazit gezogen werden, dass damals einzig und allein die Brandbekämpfung eine Rolle spielte.

Mit Beginn der sechziger Jahre kamen zu den Löscheinsätzen die ersten technischen Hilfeleistungen kleineren Umfanges. Diesem Wandel wurde auch mit der Erweiterung der Ausrüstung Rechnung getragen. Am Anfang dieser neuen Entwicklung stand die Beschaffung eines Anhängers für die Ölschadensbekämpfung (ÖSA) im Jahre 1967.

1972 werden alle Stadtpolizeidienststellen in Bayern aufgelöst und in die Landespolizei übernommen. Dadurch fehlt die alarmauslösende Stelle für die Feuerwehr. Die Alarmierung wurde von der Weckerlinie auf Funkalarmierung umgestellt. Die Stadt kauft von AEG Telefunken eine entsprechende Anlage mit Alarmgeber und 15 Funkweckern.

Einen weiteren Schritt nach vorne bedeutete die Indienststellung eines Löschgruppenfahrzeuges LF 8 mit einer zusätzlichen Beladung für die technische Hilfeleistung (1974). 1976 wurde dann ein Flutlichtanhänger (LiMA) beschafft und 1977 wurde die Ausrüstung mit einem Rettungsspreizer ergänzt.

 "Lichtgiraffe" vor dem Umbau

Als Meilenstein im Bereich teschnischen Hilfeleistung darf die Übergabe des Rüstwagens RW2 im Jahr 1987 bezeichnet werden.

 RW2

Doch auch für Brandeinsätze war neues und besseres Gerät notwendig. So konnte die Schlagkraft durch die 1989 angeschaffte DLK 12/9 SE weiter gesteigert werden.

 DLK 12/9 SE

Durch den stetig wachsenden Fahrzeug- und Gerätepark mussten einige Fahrzeuge und Anhänger, welche nicht im ersten Zugriff benötigt wurden, anderweitig untergestellt werden. So wurde das LF 8 in einer Halle am Brauhaus, das TSF und der Lichtmastanhänger in einem Nebengebäude des Schlachthofes stationiert. Ein 1988 beschaffter LKW mit Pritsche- und Plane wurde auf dem Gelände der AEG Hausgeräte, zwar im Freien, aber im umzäunten Bereich, abgestellt.

1988 wurde mit dem Bau eines lang ersehnten Gerätehauses begonnen. Im Frühjahr 1990 war es fertig gestellt und konnte bezogen werden.
Als im Jahr 1995 ein Orkan über der Stadt wütete, entstanden Sachschäden in Höhe von mehreren Millionen DM. Bei den zahlreichen Einsätzen, die die Feuerwehr in der Folge hatte, zeigten sich schnell die Grenzen der DLK 12/9. Um alle Einsätze in große Höhen abarbeiten zu können, wurde die damals neu in Dienst gestellte DLK 23/12 der Feuerwehr Bad Windsheim mehrmals angefordert.

Um für derartige Einsätze zukünftig ausgerüstet zu sein, wurde seitens der Feuerwehr darüber nachgedacht, eine gebrauchte DLK 23/12 zu erwerben. Nachdem der Stadtrat von der Notwendigkeit überzeugt werden konnte, wurden verschiedene Gebrauchtfahrzeuge besichtigt und man entschied sich, eine ausgemusterte DLK der Berufsfeuerwehr Nürnberg zu kaufen. So kam es, dass die Feuerwehr Rothenburg zwei Drehleitern in ihrem Fuhrpark hatte. Doch das Fahrzeug erwies sich als sehr störanfällig. Nachdem 1998 eine sehr aufwändige Reparatur anstand und diese wirtschaftlich nicht vertretbar war, verhandelte die Feuerwehrführung sehr intensiv mit der Stadtverwaltung. Nach guter Überzeugungsarbeit zeigte sich der Stadtrat einsichtig und die Stadtverwaltung konnte eine neue DLK 23/12 europaweit ausschreiben. Im Gegenzug war die Feuerwehr bereit, die DLK 12/9 abzugeben. Die Firma Magirus erhielt den Zuschlag und konnte das, zu dem Zeitpunkt fast fertige Fahrzeug, schnell liefern. Nach Auslieferung und Einweisung der Maschinisten auf die neue Leiter, wurde die DLK 12/9 an eine Feuerwehr in Unterfranken und die DLK 23/12 an einen Händler verkauft.

 ehemalige DLK 23/12 der BG Nürnberg

Die Erneuerung des Fahrzeug- und Geräteparks verläuft kontinuierlich, etwa alle drei bis fünf Jahre wird ein Großfahrzeug durch ein neues Fahrzeug ersetzt, die Kleinfahrzeuge werden als Gebrauchte erworben und in der Werkstatt durch den Gerätewart und Feuerwehrkameraden umgebaut. Das Durchschnittsalter der Fahrzeuge beläuft sich auf 14 Jahre (Stand 2013), bedingt durch das hohe Alter des ErkKW (32 J), des DMF (34 J) und des LiMa-Fzg. (30 J). Das TSF (25 J) soll in Kürze durch ein jüngeres Gebrauchtfahrzeug ersetzt werden.


Die Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Rothenburg / Tbr. seit 1854

 Name Beruf Von Bis
Georg Heim Hafnermeister 12.09.1854 – 22.12.1861

Konrad Krauß
Seilermeister 22.12.1861 – 15.11.1898

Fritz Hübscher
Konditormeister 15.11.1898 - 1901

Philipp Schmetzer
Kupferschmiedemeister 1901 – 27.07.1909
Konrad Unbehauen Zimmermeister 22.01.1910 – 21.01.1911
Georg Hegelein Spenglermeister 22.01.1911 – 20.02.1924

Alfons Ohmayer
Photograph 22.02.1924 – 04.08.1938

Heinrich Gerlinger
Spenglermeister 05.08.1938 – 15.06.1945

Fritz Huhn
Seilermeister 01.07.1945 – 28.02.1946

Heinrich Gruber
Glasermeister 28.02.1946 – 23.02.1948
Fritz Huhn Seilermeister 23.02.1948 – 17.11.1954

Alfred Holstein
Druckereibesitzer 06.12.1954 – 01.04.1960

Peter Holstein
Druckereiteilhaber 02.04.1960 – 12.04.1986

Rudolf Dehner
Werkschutzleiter 12.04.1986 – 19.04.1994

Roland Gerich
Elektroinstallateurmeister 19.04.1994 – 21.04.2006

Jürgen Holstein
Restaurator Seit 21.04.2006

Ein kleiner Ausschnitt...

...spektakulärer und weniger spektakulärer Einsätze seit 1910. Zu einem Brand in der Möbelfabrikation Gebr. Unbehauen, vorm Rödertor am 24. Dez. 1910 um 3.45 Uhr wird die Freiwillige Feuerwehr Rothenburg alarmiert. Die 1. bis 3. Abteilung und die 4. Abteilung (Detwang) kommen zum Einsatz.. Bis gegen Mittag wird das Feuer unter Kontrolle gebracht und bis auf eine Brandwache können alle Einheiten wieder abrücken. Im ersten Weltkrieg blieb die Stadt von kriegsbedingten Bränden verschont. Einen schwarzen Tag erlebt Rothenburg am 20. September 1922, der die ganze Stadt in Sorge und Aufregung versetzt. Nachts bricht im Ochsenbau des Spitals ein Feuer aus, das trotz aller Anstrengungen der Feuerwehr nicht bezwungen werden kann und das große Gebäude bis auf die Grundmauern niederbrennen lässt. Der Verlust ist umso schmerzlicher, da in dem Gebäude die Gesamtausrüstung des historischen Festspiels mit den zahlreichen Kostümen und Ausstattungen wie Wägen, Sattelzeug usw. untergebracht war. Der Freiwilligen Feuerwehr Rothenburg gelingt es aber, trotz stürmischen Südwestwindes, die stark gefährdeten umliegenden Gebäude, Krankenhaus und alte Pfründe zu schützen und den Brand auf das unrettbare Objekt zu beschränken. Der Einsatz dauert bis in die Mittagsstunden.

 Brand des "Ochsenbaus"

In der Nacht des 12. Oktober 1941 werfen Flugzeuge Brand- und Sprengbomben über der Stadt ab. Brandbomben fallen auf das Schlachthofgebäude, auf eine Scheune in der Stollengasse, auf ein Kohlenlager in der Hirtengasse und auf den Wehrgang in der Klingenschütt. Eine Sprengbombe beschädigt das Wohnhaus Wolfstraße 2-4 schwer, eine Person kommt dabei ums Leben. Der Feuerwehr gelingt es aber, die Brände auf den Entstehungsherd zu begrenzen.
Das herausragenste Ereignis der damaligen Zeit war sicherlich der "schwarze" Karsamstag 1945. Dieser längste Einsatz der Feuerwehr Rothenburg dauerte vom 31.März bis 2.April 1945. Eine US- Fliegerstaffel mit 16 Flugzeugen hatte ihre Brandbomben über der Altstadt abgeworfen. 39 Menschen, überwiegend Frauen und Kinder wurden getötet. 306 Wohnhäuser wurden ganz, 52 teilweise zerstört. Auch öffentliche Gebäude, Türme und Tore der Stadtbefestigung und gut 750m der mittelalterlichen Stadtmauer brannten ab. Zwei Kinderwagenfabriken außerhalb der Altstadt waren ebenfalls betroffen. Unterstützt wurde die Rothenburger Feuerwehr von 25 auswärtigen Wehren, die bis aus Zirndorf (bei Nürnberg/Fürth) angerückt waren.
Am 23. November 1952 brennt die historische Roßmühle. Obwohl die Feuerwehr sehr schnell eintrifft, kann sie das Gebäude nicht mehr retten. Die Feuerwehr kann über eine Leiter noch drei Menschen, das Hausmeisterehepaar und ihr Kind, durch ein Fenster im oberen Stockwerk vor den Flammen retten. Innerhalb einer Stunde ist das Gebäude in dem sich eine Glasbläserei befindet, die Christbaumschmuck herstellt, niedergebrannt.

Rossmuehle1Rossmuehle3 Menschenrettung & Brandbekämpfung Rossmühle

Am 19. Juni 1961 stürzt nordöstlich von Endsee, unweit der Straße nach Steinach, ein Starfighter der Bundesluftwaffe ab. Für den 23-jährigen Piloten gibt es keine Rettung mehr. Den Feuerwehren vom Flugplatz Illesheim und der Feuerwehr Rothenburg bleibt nur noch die traurige Aufgabe, die brennenden Überreste des Düsenjägers abzulöschen.
Eine Düsenmaschine vom Typ Fiat G 91 der Luftwaffe stürzt, nachdem sie bereits im Tiefflug über der Stadt trudelt, im Gebiet östlich der Erlbacher Straße (heutiges Industriegebiet Ost) am 6. Nov. 1963 ab. Der Pilot hatte vermutlich noch kurz vor dem Absturz versucht, mit dem Schleudersitz auszusteigen. Dazu ist es aber leider nicht mehr gekommen. Der Oberleutnant der Waffenschule Erding überlebt den Absturz nicht. Die Feuerwehr Rothenburg wird zur Brandbekämpfung der Wrackteile eingesetzt.
Am 15. Feb. 1964 fordert ein tragischer Unglücksfall in Reichelshofen zwei Todesopfer. In den Nachmittagsstunden des Samstages arbeiten zwei Eheleute am neuerbauten Brunnen ihres Hauses. Nach einer kleinen Pause lässt der Mann seine 25-jährige Ehefrau in den 15 m tiefen, noch nicht mit Wasser gefüllten, Brunnen hinab. Auf halber Höhe wird die Frau bewusstlos und stürzt aus dem Aufzugsitz. Der Ehemann bittet einen zufällig vorbeikommenden Bekannten, ihn mit dem Brunnenaufzug zu seiner Frau hinabzulassen. Nach wenigen Metern wird auch er bewusstlos und fällt ebenfalls auf den Brunnengrund. Von der eingesetzten Feuerwehr Rothenburg wird ein Feuerwehrmann, ausgerüstet mit einem Pressluftatmer, in den Brunnenschacht hinuntergelassen um die Personen zu retten. Wiederbelebungsversuche durch anwesende Rettungskräfte zeigen an den Verunfallten jedoch keinen Erfolg.
Im Mai 1969 werden die Ortschaften Gutenhard - Steinberg von einer Brandserie, ausgelöst durch einen Brandstifter, heimgesucht. Die Freiwillige Feuerwehr Rothenburg o.d. Tbr. ist dort mit anderen Wehren tagelang im Einsatz.

Am 2. Feb. 1971 stürzt ein Düsenjäger der Bundeswehr, von Typ Fiat G 91, am Südhang oberhalb der Ortschaft Steinbach ab. Der Pilot kann sich über dem "Kreuzfeld" noch mit seinem Schleudersitz aus der Maschine retten. Die Feuerwehr Rothenburg bekämpft den entstandenen Brand mit Hilfe der Kameraden aus Steinbach und der Flugplatzfeuerwehr des Bundeswehrstandortes Niederstetten.
Am 26. Februar 1973 stürzt, beim Schlittenfahren, ein Kind bei Gebsattel in die eisige Tauber. Eine Suchaktion bei der, neben Polizei, Wasserwacht und THW, auch die Feuerwehr Rothenburg eingesetzt ist, führt nicht zum Erfolg. Erst am nächsten Mittag findet ein Taucher der Wasserwacht Rothenburg das tote Kind.
Am 6. Sept. 1976 überrollt am Bahnübergang Schweinsdorf - Hartershofen die Kleinlokomotive aus Rothenburg eine landwirtschaftliche Zugmaschine, deren Fahrer offenbar die Lok übersehen und überhört hatte. Zur Bergung des getöteten Landwirts unterstützen die Feuerwehrmänner der Freiwilligen Feuerwehr Rothenburg den Hilfszug der Bundesbahn aus Würzburg.
Zu einem schweren Verkehrsunfall auf der Kreuzung bei Insingen, am 11. November 1976 ruft die Polizei die Freiwillige Feuerwehr Rothenburg o. d. Tbr. Zwei schwerverletzte Personen müssen mit einem Trennschleifer aus ihren Fahrzeugwracks befreit werden. Beide überleben den Unfall nicht. Nur acht Tage später übernimmt die Rothenburger Feuerwehr den lange erwarteten Rettungsspreizer.

Sirenenalarm lässt der Einsatzleiter der Freiwilligen Feuerwehr Rothenburg auslösen, als am 18. Mai 1977 abends um 19.00 Uhr die Meldung kommt: "Brand eines Emaillierofens im Hausgerätewerk AEG, Bodelschwingh Straße 1". Durch einen technischen Defekts am Ölbrenner eines Emaillierofens im AEG-Werk, kam es zu einem Brand, der eine starke Rauchentwicklung verursachte und damit ein schnelles Erkennen der Lage verzögerte. Mit Pulver aus dem P-250 Löschgerät und mit Schaum kann der Brand, zusammen mit den Kameraden der Betriebsfeuerwehr dann doch schnell gelöscht werden.
Zu einem Brand in einem Obstgeschäft in der Hafengasse kommt es am 9. April 1978. Durch das Feuer wird ein Öltank beschädigt und große Mengen auslaufendes Heizöl müssen aufgefangen, umgepumpt und gebunden werden.
1981 kommt es am 22. Juni zu einem Absturz eines Sportflugzeuges gegenüber dem Krankenhaus. Mit dem Pulverlöscher P 250 wird der Brand gelöscht. Die Bilanz: 4 Tote und 1 Verletzter. Die ganze Nacht wird mit dem Lichtmast die Unfallstelle ausgeleuchtet.
Zu einem erneuten Unfall mit Todesfolge am Bahnübergang Schweinsdorfer Straße, ruft die Polizei, Florian Rothenburg am 7. Juli 1985 um 12.30 Uhr. Ein junger Mann wollte in der Mittagspause nach Schweinsdorf zum Essen fahren. Wahrscheinlich übersah er den heranfahrenden Nahverkehrszug aus Steinach. Sein Fahrzeug wurde vom Zug erfasst und, trotz sofortiger Notbremsung, rund 100 m weit mitgeschleift. Der Feuerwehr blieb nur noch die traurige Aufgabe, den Getöteten mittels Rettungsspreizer aus dem Fahrzeug zu befreien.
Vermutlich Brandstiftung führt am 03. Aug. 1986, 20.00 Uhr zu einem Großbrand eines Bauernhofes in der Ortsmitte von Buch am Wald. Die Ortswehren aus der Umgebung und aus Buch am Wald unterstützt von den Wehren aus Schillingsfürst, Rothenburg, Geslau und Leutershausen mit insgesamt 250 Mann haben bis Mitternacht alle Hände voll zu tun, den Großbrand zu bekämpfen. Ein Feuerwehrmann aus Geslau erleidet bei den Löscharbeiten einen Herzinfarkt und verstirbt, trotz allen Bemühungen des Notarztes und des Rettungsdienstes, noch an der Einsatzstelle. Drei Feuerwehrleute müssen mit Rauchvergiftungen behandelt werden. Ein Großaufgebot von Polizei und Rettungsdienst unterstützen die Arbeit der Feuerwehren.
Der schlimmste Großbrand seit dem Krieg verursachte am 16.07.2003 im etwa zehn Kilometer entfernten Creglinger Ortsteil Burgstall (Baden-Württemberg) ca. drei Millionen Euro Schaden. Gegen 17.45 Uhr schlugen aus einer Scheune, die Flammen. Ein Sturm sorgte für mächtigen Funkenflug und fegte ganze Garben von brennendem Heu und Stroh, das in der Scheune gelagert war, auf die Nachbargrundstücke. Kurzzeitig bestand die Gefahr, dass der Brand auf den Wald am Tauberhang übergreift, wo schon ein Holzstapel Feuer gefangen hatte. Für zusätzliche Gefahr sorgten brennende Kühe, die brüllend dem Wald zu rannten. Über 230 Feuerwehrleute aus dem Main-Tauber-Kreis, sowie aus Rothenburg, der Gemeinde Adelshofen und Uffenheim bekämpften das Großfeuer, das die halbe Ortschaft zerstörte.
Am 2.10.2006 gegen 20 Uhr bemerkte ein Autofahrer starke Rauchentwicklung in einem Betonwerk. Beim Eintreffen der Feuerwehr standen eine Fahrmischerpumpe, ein Fahrmischer mit Förderband und ein PKW in Flammen. Ein Übergreifen des Feuers auf Gebäude konnte verhindert werden.

Fortsetzung folgt..........
(Quellen: KBM Rainer Moll, Feuerwehrarchiv, Festschrift zur Einweihung des Gerätehauses 1990)

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