Elftklässler des Reichsstadt-Gymnasiums informierten sich beim „Disco-Fieber“ über die Arbeit der Rettungskräfte

Über die Gefahren des Straßenverkehrs

Elftklässler des Reichsstadt-Gymnasiums informierten sich beim „Disco-Fieber“ über die Arbeit der Rettungskräfte

 

ROTHENBURG (ubr) – „Niemand will euch den Spaß verderben, feiert ruhig, aber lasst nur jemanden von der Feier heimfahren, der keinen Alkohol getrunken hat.“ Das war ein Appell, der an die rund 70 Schüler der elften Klassen des ReichsstadtGymnasiums (RSG) gerichtet war, die einen Nachmittag lang am Projekt „Disco-Fieber“ teilnahmen.

Das ist ein Präventionsprojekt der Landeszentrale für Gesundheit in Bayern (LZG) zur Vermeidung von Verkehrsunfällen von jungen Erwachsenen. Wer könnte besser schildern, welche schrecklichen Unfälle mit schwer verletzten oder getöteten jungen Erwachsenen sich im Straßenverkehr ereignen, als Polizei und Rettungskräfte. Diese kamen bei dem Präventionsprojekt am RSG zu Wort. „Bewusst schockierende“ Unfallbilder und Filmeinspieler zeigte der Rothenburger Feuerwehrkommandant Jürgen Holstein. „Jeder von euch hat eine Mitverantwortung, wenn ihr in der Gruppe unterwegs seit, keinen alkoholisierten Fahrer ans Steuer zu lassen“, mahnte Holstein. Dem stimmte auch Peter Körner von der Rothenburger Polizei zu und riet, um Erfahrung im Verkehr zu sammeln, von der Möglichkeit des begleiteten Fahrens Gebrauch zu machen.

Wie zuvor Holstein und Körner berichtete auch der Notfallsanitäter Markus Breitschwert von der RotKreuz-Bereitschaft Rothenburg von der großen emotionalen und psychischen Belastung der Helfer bei Unfalleinsätzen. „Es gibt Bilder, die man nicht vergisst“, meinte auch die Notfallsanitäterin Annina Koppke. Fast innig war ihr an die Schüler gerichteter Appell, am Steuer eines Autos die Finger vom Mobiltelefon zu lassen. „Ein Bildchen zu veröffentlichen, ist euer Leben oder das anderer nicht wert.“

Notfallseelsorge
„wichtig“ nach Unfällen

Einig waren sich die Vertreter der Rettungskräfte, wie wertvoll nach belastenden Unfällen gerade mit jungen Verletzten oder Todesopfern die Unterstützung der Helfer durch die Notfallseelsorge ist. Die Rothenburger Pfarrerin und Notfallseelsorgerin Claudie Schlottke berichtete von ihrer Begleitung der Polizei beim Überbringen schlechter Nachrichten an die Angehörigen von Unfallopfern. „Für Eltern ist es die schlimmste Nachricht, wenn ihr Kind verstorben ist. Trost spenden ist schwer, aber wir können da bleiben“, meint die Pfarrerin. Von „erster Hilfe für die Seele“ sprach der ehrenamtliche Notfallseelsorger Gottfried Wetzel über seine Tätigkeit.

Zum Abschluss der Aktion fand auf dem Parkplatz des RSG eine nachgestellte Rettungsübung statt. Zwei Insassen eines Autos wurden dabei aus einem Unfallfahrzeug geborgen.

 

 

Quelle: Fränkischer Anzeiger

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