Atemschutzlehrgang

Lehrgang: Ausbildung zum/zur  Atemschutzgeräteträger/in

 

Von  Dienstag, 3. Mai bis Samstag 14. Mai fand im Gerätehaus Rothenburg und in der Atemschutzübungsstrecke des Landkreises Ansbach, in Dinkelsbühl, an vier Abenden und an zwei Samstagen ein Lehrgang zur Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger statt. In dem 25 Stunden dauernden Lehrgang vermittelte unser Kreisbrandmeister und Atemschutzausbilder Uwe Milferstädt, mit seinen beiden Hilfsausbildern Rainer Moll und Michael Wittmann den insgesamt 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, das Grundwissen, was ein Atemschutzgeräteträger für einen sicheren Einsatz wissen muss.  

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Atemschutz ist heutzutage nicht mehr wegzudenken, Bei Bränden im Innenbereich ist ein Vorgehen ohne Atemschutzgerät unumgänglich, Nur wenige Atemzüge im dichten Brandrauch können zum Tod führen. Selbst bei Fahrzeugbränden im Freien wird heut nur noch unter Atemschutz gelöscht. Brandrauch enthält viele giftige und krebserregende Stoffe. Aus diesem Grund wird dem Atemschutz ein sehr hoher Stellenwert eingeräumt. 

Heute wird in mindestens einem Ort einer Gemeinde ein Fahrzeug gefordert, welches vier Atemschutzgeräte an Bord hat, um effektiv und schnell helfen zu können. Um im Einsatz für diese Geräte ausreichend Personal zur Verfügung zu haben, müssen für jedes vorhandene Gerät midestens drei ausgebildete Geräteträger vorhanden sein. Um an solch einer Ausbildung teilnehmen zu dürfen, muss sich der Anwärter erst einer arbeitsmedizinischen Untersuchung nach G 26.3 unterziehen um seine gesundheitliche Eignung festzustellen. Zwischen dem achtzehnten und fünfzigsten Lebensjahr muss diese Untersuchung im dreijährigen Rythmus wiederholt werden, Bei Bedarf auch früher und ab dem fünfzigsten Lebensjahr ist diese Untersuchung jährlich zu vollziehen. Auch eine gewisse körperliche Fitness wird benötigt, da die Arbeit unter Atemschutz extrem anstrengend ist. Zudem wiegt die komplette Ausrüstung bis zu 30 kg. 

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Geübt wurde das Retten von verunglückten Kameraden

 

Der Lehrgang begann am Dienstag Abend mit einer Begrüßung und kurzer Erklärung über den Ablauf. Die 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen auf folgenden Gemeinden um Rothenburg: Vier Feuerwehrmänner aus Adelshofen, eine Feuerwehrfrau und zwei Feuerwehrmänner aus Colmberg, drei Feuerwehrmänner aus Flachslanden, je ein Feuerwehrmann aus Leutershausen und Neusitz, sowie zwei Feuerwehrmänner aus Rothenburg. Nach der Einführung begann der theoretische Unterricht. Der Lehrgang wurde sehr abwechsungsreich gestaltet, so dass bei den Teilnehmern keine Langeweile aufkam. Theorie und Praxis wechselten sich ab. Am Freitag wurde eine theoretische Prüfung geschrieben, die natürlich alle Teilnehmer bestanden haben. Der erste Samstag war dann komplett der praktischen Ausbildung gewidmet, dabei halfen noch weitere Kameraden der Feuerwehr Rothenburg mit. 

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Strahlrohrtraining für den Innenangriff, richtiges Verhalten bei einer Durchzündung

 

Am zweiten Samstag war der große Tag auf der Atemschutzübungsstrecke des Landkreises in Dinkelsbühl angesagt. Dort musste die paktische Prüfung abgelegt werden. Normalerweise wird die Atemschutzstrecke von jedem Teilnehmer zweimal durchlaufen. Beim ersten Durchlauf ist der Bereich rauchfrei und hell erleuchtet, Erst beim zweiten Durchgang wird dann unter "Einsatzbedingungen" gearbeitet. Die Strecke ist dann mit Disconebel verraucht, teilweise ist es dunkel, es werden Geräusche eingespielt um ein möglichst realitätsnahes Szenario darzustellen. Vor dem Durchgang müssen die Teilnehmer noch eine Belastungsübung, welche aus Laufband, Fahrrad und Schlaghammer besteht, durchführen. Dies soll die Anstrengung beim Anmarsch zur eigentlichen Einsatzstelle simulieren (z.B.: Treppen steigen). Die verrauchte Anlage wird über mehrere Wärmebildkameras überwacht, um die Teilnehmern im Notfall schnell aus der Anlage herausholen zu können. Dafür kann der Nebel in kürzester Zeit abgesaugt werden. Im gesamten Parcour sind mehrere Notausstiege vorhanden. Über ein Gerät sind die Teilnehmer mit der Zentrale der Anlage verbunden, dort wird der Puls des Teilnehmers überwacht. 

Nachdem alle Teilnehmer die Prüfung bestanden haben, sind sie ausgebildete Atemschutzgeräteträger. Nun müssen sie sich am Standort ihrer Feuerwehr durch regelmäßige Atemschutzübungen weiterbilden und mindestens einmal jährlich die Atemschutzstrecke in Dinkelsbühl, oder einer anderen anerkannten Übungsstrecke,  durchlaufen. Auch eine sogenannte Heißausbildung im Brandübungscontainer sollte zur Fortbildung gehören. Dieser Container wurde vom Freistaat Bayern, der Versicherungskammer Bayern und der kommunalen Unfallversicherung finanziert. Betrieben wird er, welcher auf einem Sattelanhänger aufgebaut ist, vom Landesfeuerwehrverband Bayern. Im Herbst kommt dieser Container für eine Woche in den Landkreis, nach Neusitz. 

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