Rothenburger Brandschützer wünschen sich Neuzugänge für die Jugendfeuerwehr

Begeisterung „entzünden“

VON VOLKER RAAB

ROTHENBURG – Feuerwehrmänner mit Leib und Seele: Das lässt sich über Jürgen Holstein und Daniel Schulz mit Fug und Recht sagen. Der eine, Holstein, ist Kommandant der Rothenburger Brandschützer – der andere, Schulz, einer der beiden Jugendwarte. Beide eint neben ihrer Hingabe zur Feuerwehr eines: die Sorge um den Nachwuchs.

Mit einem Plakat wirbt die Freiwillige Feuerwehr um neue Kräfte. „Wir suchen dich“, steht darauf in großen Lettern geschrieben.Schulz und sein Jugendwartskollege Martin Moll wollen damit neue Zugänge für die Jugendfeuerwehr gewinnen, die es hier seit dem Jahr 2008 gibt. Zwischen 12 und 18 Jahren können Jungen und Mädchen mit ihrer Feuerwehrwehr-Karriere beginnen, die am Anfang aber noch wenig mit gefährlichen Einsätzen zu tun hat. „Wir führen sie über die Jahre spielerisch heran“, erklärt Schulz. Neben verschiedenen Übungen und Wettkämpfen mit anderen Jugendfeuerwehren – diese seien besonders beliebt – stehen vor allem gemeinsame Ausflüge auf dem Programm. „Unser Ziel ist es, ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln. Wir wollen keine Einzelkämpfer formen. Wir wollen eine Gruppe, das ist im späteren Dienst essenziell“, ergänzt Holstein. 14 Mann ist die Rothenburger Jugendwehr aktuell stark. Das ist nach der Einschätzung von Schulz zwar ein guter Wert – aber nicht jeder würde, wenn er älter ist, in die Riege der aktiven Feuerwehr wechseln. „Manche haben keine Zeit mehr, andere keine Lust. Wieder andere haben triftige Gründe, etwa einen Umzug wegen des Studiums“, so Holstein (zu Problemen mehr im rechten Artikel). Daher liegt die Hoffnung der ehrenamtlichen Lebensretter auf den Jüngsten, die gern in der Schweinsdorfer Straße vorbeischauen dürfen. „Wir hoffen, die Begeisterung zu entzünden“, sagen Kommandant Holstein und Jugendwart Schulz übereinstimmend

Feuerwehr rückt zu rund 150 Einsätzen im Jahr aus

Kommandant Jürgen Holstein: Kaum Quereinsteiger im Erwachsenenalter

ROTHENBURG (vra) – Gründe, warum es im Erwachsenenalter kaum noch Quereinsteiger bei der Feuerwehr gibt, sind zahlreich. Das sagt Rothenburgs Feuerwehrkommandant Jürgen Holstein. Die zwei größten seien jedoch die Zahl der Einsätze, die rund um die Uhr passieren – und das Selbstverständnis vieler Bürger. „Mit unseren rund 150 Einsätzen pro Jahr haben wir viel zu tun“, betont der Kommandant. Das führe dazu, dass viele Abstand von einem Beitritt zur Feuerwehr nähmen. Schlimmer als das sei jedoch das mangelnde Verantwortungsbewusstsein, so Holstein: „Kaum jemand in unserer Gesellschaft will noch ehrenamtlich etwas leisten.“

 

 

Quelle : Fränkischer Anzeiger Artikel  vom 01.08.2019

Übungsplan Jugendfeuerwehr

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